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Wer wirbt für BILD?
Wer wirbt für BILD?
Ich mag die Bildzeitung nicht! Aus Gründen.
In einer (möglicherweise) Übersprungshandlung mag ich den ganzen Axel-Springer-Verlag nicht und will daher dem Verlag am besten kein Geld zukommen lassen, mit dem letztlich die Recherchemethoden der Bild finanziell ausgestattet werden könnten. Personen, die sich mit der „Bild“-Zeitung verbrüdern, sind mir daher grund-unsympathisch. Dazu zählen zum Beispiel all diejenigen Prominenten, die sich mit meistens selten dämlichen, ironischen Sprüchen von Werbeplakaten aufdrängen. Sympathisch sind mir hingegen: Judith Holofernes, Anke Engelke, Christoph Maria Herbst und Charlotte Roche, die sich öffentlich gegen die „Bild“-Zeitung aussprechen.
Nun trug es sich zu, dass ich eines Tages bequem auf dem Sofa lag und mich von einer Kochshow bedudeln ließ, die mich hinreichend unterhielt: Topfgeldjäger im ZDF mit Steffen Henssler als Koch und Moderator. Eine recht sympathische Sendung mit sympathischem Moderator. Dachte ich, bis … ich wenig später einen „Bild“-Zeitungs-Werbespot sah mit … Steffen Henssler.
Steffen Henssler wirbt für BILDFür mich ein merkwürdiger Moment, fühlte ich mich doch plötzlich illoyal mir selbst gegenüber, hatte ich doch tatsächlich die ganze Sendung vergnügt mit Steffen Henssler sympathisiert, der aber offenbar für etwas wirbt, gegen das sich jede Faser meines Körpers sträubt: die menschenverachtenden Methoden und Inhalte der „Bild“-Zeitung.
Genau dieser Moment war die Geburtstunde des folgenden Webprojekts: http://wirbt-fuer-bild.de Eine Website, die nichts anderes tut, als klar und übersichtlich diejenigen Prominenten aufzuführen, die trotz der – sehr wohl bekannten – Kritik an der „Bild“-Zeitung für diese werben.
Dies soll kein Pranger sein, aber ich fühle mich mit dieser Übersicht wohl. Film und Fernsehen bemühen sich zumeist, uns ein sympathisches Image von Prominenten zu zeigen. Wenn diese Prominenten aber entweder die „Bild“-Zeitung wirklich schätzen oder aber aus Angst vor negativen Schlagzeilen die Verbrüderung mit der „Bild“-Zeitung suchen, will ich das wissen. Werbung für die „Bild“-Zeitung ist eben nicht wie jede beliebige Schuh-, Suppen- oder Autowerbung, sondern auch ein Statement, dass einem die Verbrüderung mit der „Bild“-Zeitung mehr wert ist als diejenigen Menschen, deren Schicksale die „Bild“-Zeitung Tag für Tag für Schlagzeilen verkauft.
Die Verbrüderung mit der „Bild“-Zeitung muss aufhören!
tl;dr
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Wer wissen will, welche Prominenten für BILD werben, guckt hier: http://wirbt-fuer-bild.de -
3 von 249
3 von 249
Meines Eindrucks nach eine der vernachlässigsten Zahlen der letzten Zeit, deswegen erwache ich dafür aus meiner 18-monatigen Blogstarre. Aufmerksam geworden darauf bin ich im Rahmen der Berichterstattung zu den Anschlägen in Norwegen:
3 von 249 Terroranschlägen in Europa im Jahr 2010 hatten islamistischen Hintergrund.
3 von 249! Wenig mehr als 1%. Dies in Bezug zu der Präsenz von islamistischem Terror in der öffentlichen Wahrnehmung und in der Argumentation für Kriege in der Welt zu setzen, überlasse ich dem Leser. Das blutigste Attentat der Bundesrepublik Deutschland war übrigens das Oktoberfestattentat 1980 – mit rechtsextremistischem Hintergrund.
Zahlen aus dem Europol-Jahresbericht 2010 via derStandard.at.
In related news: Wer solche Experten kennt, braucht keine Laien (FAZ)
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Internet-Manifest
Wie Journalismus heute funktioniert. 17 Behauptungen.
Stefan Niggemeier hat zusammen mit 14 seiner Kollegen ein „Internet-Manifest“ mit 17 Behauptungen zum Internet geschrieben. Nachzulesen unter http://internet-manifest.de/.
Vorweg: Hier handelt es sich weniger um ein Internet-Manifest, als mehr um ein Manifest zum Online-Journalismus. Zugegebenermaßen nicht untrennbar. Und sicherlich der Tatsache geschuldet, dass die Autoren aus eben jenem Umfeld (Jorunalisten, Blogger) zu stammen scheinen (ich kenne nicht alle).
Eine tolle Sammlung von Behauptungen, die mir in Teilen aus der Seele sprechen. Nichtsdestotrotz halte ich die Behauptungen für in weiten Teilen sehr optimistisch. Das beginnt bei Punkt 3 („Für die Mehrheit der Menschen in der westlichen Welt gehören Angebote wie Social Networks, Wikipedia oder Youtube zum Alltag. […]“), der meines Erachtens nach sowohl sehr optimistisch als auch durch eine intellektuelle Umgebung der Verfasser gefärbt sein dürfte. Ich will mir da selbst keine Einschätzung zumaßen, will aber die Vermutung anstellen, dass dieser Punkt an einigen Bildungsschichten vorbeiläuft.
Punkt 4 („Die offene Architektur des Internet […] darf nicht zum Schutz der wirtschaftlichen oder politischen Einzelinteressen verändert werden […]“) und Punkt 10 („Das Privileg der Pressefreiheit [muss] für jeden gelten, der zur Erfüllung der journalistischen Aufgaben beitragen kann.“) liegen mir persönlich sehr am Herzen. Punkt 4 ist durch aktuelle Diskussionen aktueller und bedrohter denn je. Würden mehr Menschen, vor allem diejenigen in politischen Ämtern, diesen Punkt besser verstehen, ließe sich sehr viel optimistischer auf das übrige Manifest blicken.
Punkt 10 beschäftigt mich auch schon seit längerer Zeit. Akut immer wieder, wenn der Unterschied sichtbar wird zwischen deBerichterstattung bei a) Beschneidung von Bürgerrechten allgemein oder b) Diskussionen zur Einschränkung der Pressefreiheit. Der Unterschied ist eklatant und bewegt sich bisweilen zwischen Randmeldungen und kleinen Artikelchen in ersterem Fall und einem Sturm der Entrüstung in letzgenanntem Fall. Die Pressefreiheit ist ein eminenter Punkt, aber darf nicht dazu führen, dass die Grundrechte eines Berufsstandes derart erhaben über allgemeine Grundrechte beschützt werden.
Punkt 11 („Mehr ist mehr – es gibt kein Zuviel an Information.“) sollte man verbreiten, wo man nur kann. Das Internet bietet mit seinen zahlreichen Werkzeugen und Filtermechanismen die Möglichkeit, schier endlose Information beherrschbar zu machen. Nichtsdestotrotz begegnet man an so vielen Stellen noch der (wahrscheinlich in vielen Fällen auch unbewussten) Schranke, Informationen offenzulegen. Dabei ist es so einfach und kann so befriedigend sein, sein Wissen und seine Informationen weiterzugeben und zu beobachten, wie sie weiterverwendet und weiterentwickelt werden. Ein prominentes Beispiel aus der Welt des Internets: Wikipedia.
Über Punkt 13 („Im Internet wird das Urheberrecht zur Bürgerpflicht.“) – und damit auch über Punkt 14 – wird in der kommenden Zeit viel zu diskutieren sein. Die Piratenpartei wird dazu ihren Beitrag leisten müssen.
Und schlussendlich Punkt 17 („Die “Generation Wikipedia” weiß im Zweifel die Glaubwürdigkeit einer Quelle abzuschätzen, Nachrichten bis zu ihrem Ursprung zu verfolgen und zu recherchieren, zu überprüfen und zu gewichten […]“) ist ein Punkt, den ich seit einiger Zeit propagiere. Dabei bin ich mir allerdings nicht so recht sicher, ob das nicht bereits Optimismus auf dem Weg zum Wahnsinn ist. Ich hoffe sehr, dass es sich so entwickelt. Weg von der Kenntnis von Informationen, hin zur Beherrschung von Informationen, also der Fähigkeit, Informationen filtern, sortieren und strukturieren zu können.
Via Stefan Niggemeier. Der Text des Internet-Manifests steht übrigens passenderweise unter einer Creative-Commons-Lizenz und darf damit weiterverwendet, verändert und verbreitet werden.
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Wilhelm, das Bügelbrett
Ein neues Bügelbrett
Ein anonymer Gastautor dokumentiert heute im BILDblog einen neuen Wikipedia-Scherz, der sich rasant und ungeprüft durch die Medien verbeitet.
Der ungenannte Autor hat anonym am Abend des 8. Februar den Namen des (noch) amtierenden Bundeswirtschaftsministers auf den Vornamen „Wilhelm“ erweitert. [1] Nachdem sich dieser falsche Name zu SPIEGEL Online herumgesprochen hatte, wurde eben dieser Artikel bei Wikipedia wiederum als Quelle für den Namen angegeben. [2] Das Titanic Magazin hat dazu einmal ein Diagramm gezeigt, dass genau diesen Effekt aufzeigt. In der schnellen Wechselwirkung Wikipedia ↔ Onlinemedien kann auf diese Weise jede Falschinformation zur (zumindest kurzfristigen) Wahrheit mutieren. Erschreckend.
Quelle: Titanic MagazinDer Scherz ist inzwischen aufgrund der Geschichte von BILDblog aus aus dem Wikipedia-Artikel verschwunden, fraglich ist jedoch, wie lang er sich noch in anderen (Online-) Medien hält. Er ist unter anderem bei SPIEGEL Online, Handelsblatt.com, heute.de, im RTL-Nachtjournal, in der Süddeutschen Zeitung und auf der Titelseite der BILD gelandet.
Die Überschrift zeigt, dass ich versucht bin, eine neuerliche Selbstreferenz zu wagen, man möge mir dies verzeihen. Die Geschichte erinnert stark an den Vorfall rund um die Frauen-Nationalelf. Damals handelte es sich jedoch im wesentlichen um Unsinn, um Unterhaltung. Dieser Vorfall zeigt die Erschließung der Politik und belegt, dass Journalisten auch in diesem Themengebiet offenbar unvorsichtig mit Informationen und Quellen umgehen.
Die möglichen Auswirkungen sind beliebig. Aktuell (11. Februar, morgens) ergibt übrigens der gefälschte Name bereits mehr Treffer bei Google (141 exakte Treffer [3] ) als der richtige Name (93 exakte Treffer [4] ). Glückwunsch, er ist somit wahr.
Die ganze Geschichte im BILDblog: „Wie ich Freiherr von Guttenberg zu Wilhelm machte“.
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- Anonyme Einfügung am 8. Februar um 21:40 Uhr.
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- Suchanfrage "Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Wilhelm Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg"; 141 Treffer bei Google am 11. Februar, morgens.
- 4
- Suchanfrage `"Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg"`_; 93 Treffer bei Google am 11. Februar, morgens.
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Kein Bügelbrett
Die Welt hat´s verstanden
Für die Fußballfrauen gab es 1989 zum EM-Sieg kein [1] Bügelbrett als Siegprämie. Und Welt Online hat´s verstanden. Yay!
Wer mag, kann ja mal den anderen in dem Welt-Online-Artikel angegebenen Siegprämien hinterher recherchieren. Vielleicht findet sich ja ein weiteres Bügelbrett (im übertragenen Sinne).
Bis dahin bleibt die Hoffnung, dass die Welt-Redakteure die Bügelbrettgeschichte im Hinterkopf habend den Rest hinreichend nachgeprüft haben.
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