Kategorie: Wikipedia

Interview mit Arne Maibaum zum Projekt #NotMyRobots

Rassismus in der Robotik, Sexismus in der Robotik, Besonderheiten der Robotik als Wissenschaft, … oder wir Arne Maibaum sagt: „Das kommt davon, wenn man mit SozialwissenschaftlerInnen über Robotik redet.“

Ich hatte es mir schon ewig vorgenommen und bin letzte Woche endlich dazu gekommen, mit Arne Maibaum (@LordElend auf Twitter) ein Interview zu dem Projekt @NotMyRobots zu führen, das er mitbegründet hat. In dem Projekt geht es vor Allem um die teilweise verstörenden Symbolbilder, die für Robotik- und AI-Artikel genutzt werden.

Beispielhafte Google-Bildersuche nach ‚Robot AI‘

Das ganze Interview ist bei botzeit.de zu finden und aus meiner Sicht extrem interessant. Das liegt vor Allem daran, dass ich als Robotik-Ingenieur selten (noch nie?) mit einem/einer SozialwissenschaftlerIn über Robotik gesprochen habe. Das hat uns im Interview zu Aspekten geführt, über die ich im Kontext Robotik noch nie in der Tiefe nachgedacht habe. Wenn überhaupt. Das ist zum Beispiel Sexismus in der Robotik, Rassismus in der Robotik, oder die einzigartige Art und Weise, wie Robotik wissenschaftliche Evidenz kreiert. Viele dieser Aspekte werden mich noch einige Zeit beschäftigen und gegebenenfalls noch weitere Blogbeiträge nach sich ziehen. Wie so oft war die (vorher angenommene) Kernfrage gar nicht der interessanteste Teil des Interviews.

Insbesondere muss ich seit dem Interview noch viel über Arnes Beobachtung nachdenken, dass wir in der Robotik, anders als in fast allen anderen Disziplinen der Wissenschaft, den Gegenstand unserer Forschung selbst schaffen. Ich glaube, dieser Aspekt erklärt viele Probleme, die ich als Bauchgefühl schon immer mit mir herum getragen habe, aber nie konkret benennen konnte. Vermutlich hilft dieser Teil mir zukünftig dabei, einige dieser Probleme in Zukunft besser und konkreter benennen zu können.

Insbesondere jedem Robotiker empfehle ich daher, das ganze Interview zu lesen und gerne direkt darunter oder hier zu kommentieren.

NotMyRobots – Interview mit Arne Maibaum bei botzeit.de

Lesenswert[3]

Eine subjektive Auswahl besonders lesenswerter1)„Lesenswert“ ist hier strenggenommen nicht einmal der korrekte Ausdruck, denn alle drei verlinkten Artikel sind von der Wikipedia-Gemeinschaft nicht nur zu lesenswerten, sondern sogar zu exzellenten Artikel gewählt worden. Wikipedia-Artikel

   [ + ]

1. „Lesenswert“ ist hier strenggenommen nicht einmal der korrekte Ausdruck, denn alle drei verlinkten Artikel sind von der Wikipedia-Gemeinschaft nicht nur zu lesenswerten, sondern sogar zu exzellenten Artikel gewählt worden.

Wilhelm, das Bügelbrett

Ein neues Bügelbrett

Ein anonymer Gastautor dokumentiert heute im BILDblog einen neuen Wikipedia-Scherz, der sich rasant und ungeprüft durch die Medien verbeitet.

Der ungenannte Autor hat anonym am Abend des 8. Februar den Namen des (noch) amtierenden Bundeswirtschaftsministers auf den Vornamen „Wilhelm“ erweitert.1)Anonyme Einfügung am 8. Februar um 21:40 Uhr. Nachdem sich dieser falsche Name zu SPIEGEL Online herumgesprochen hatte, wurde eben dieser Artikel bei Wikipedia wiederum als Quelle für den Namen angegeben.2)Beleg des falschen Namens anhand von SPIEGEL Online am 9. Februar um 15:48 Uhr. Das Titanic Magazin hat dazu einmal ein Diagramm gezeigt, dass genau diesen Effekt aufzeigt. In der schnellen Wechselwirkung Wikipedia ↔ Onlinemedien kann auf diese Weise jede Falschinformation zur (zumindest kurzfristigen) Wahrheit mutieren. Erschreckend.

Quelle: Titanic MagazinQuelle: Titanic Magazin

Der Scherz ist inzwischen aufgrund der Geschichte von BILDblog aus aus dem Wikipedia-Artikel verschwunden, fraglich ist jedoch, wie lang er sich noch in anderen (Online-) Medien hält. Er ist unter anderem bei SPIEGEL Online, Handelsblatt.com, heute.de, im RTL-Nachtjournal, in der Süddeutschen Zeitung und auf der Titelseite der BILD gelandet.

Die Überschrift zeigt, dass ich versucht bin, eine neuerliche Selbstreferenz zu wagen, man möge mir dies verzeihen. Die Geschichte erinnert stark an den Vorfall rund um die Frauen-Nationalelf. Damals handelte es sich jedoch im wesentlichen um Unsinn, um Unterhaltung. Dieser Vorfall zeigt die Erschließung der Politik und belegt, dass Journalisten auch in diesem Themengebiet offenbar unvorsichtig mit Informationen und Quellen umgehen.

Die möglichen Auswirkungen sind beliebig. Aktuell (11. Februar, morgens) ergibt übrigens der gefälschte Name bereits mehr Treffer bei Google (141 exakte Treffer3)Suchanfrage „Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Wilhelm Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg“; 141 Treffer bei Google am 11. Februar, morgens.) als der richtige Name (93 exakte Treffer4)Suchanfrage „Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg“; 93 Treffer bei Google am 11. Februar, morgens.). Glückwunsch, er ist somit wahr.

Die ganze Geschichte im BILDblog: „Wie ich Freiherr von Guttenberg zu Wilhelm machte“.

   [ + ]

1. Anonyme Einfügung am 8. Februar um 21:40 Uhr.
2. Beleg des falschen Namens anhand von SPIEGEL Online am 9. Februar um 15:48 Uhr.
3. Suchanfrage „Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Wilhelm Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg“; 141 Treffer bei Google am 11. Februar, morgens.
4. Suchanfrage „Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg“; 93 Treffer bei Google am 11. Februar, morgens.

Lesenswert[2]

Eine subjektive Auswahl besonders lesenswerter1)„Lesenswert“ ist hier strenggenommen nicht einmal der korrekte Ausdruck, denn alle drei verlinkten Artikel sind von der Wikipedia-Gemeinschaft nicht nur zu lesenswerten, sondern sogar zu exzellenten Artikel gewählt worden. Wikipedia-Artikel

   [ + ]

1. „Lesenswert“ ist hier strenggenommen nicht einmal der korrekte Ausdruck, denn alle drei verlinkten Artikel sind von der Wikipedia-Gemeinschaft nicht nur zu lesenswerten, sondern sogar zu exzellenten Artikel gewählt worden.

Kein Bügelbrett

Die Welt hat´s verstanden

Für die Fußballfrauen gab es 1989 zum EM-Sieg kein Bügelbrett als Siegprämie. Und Welt Online hat´s verstanden. Yay!

Wer mag, kann ja mal den anderen in dem Welt-Online-Artikel angegebenen Siegprämien hinterher recherchieren. Vielleicht findet sich ja ein weiteres Bügelbrett (im übertragenen Sinne).

Bis dahin bleibt die Hoffnung, dass die Welt-Redakteure die Bügelbrettgeschichte im Hinterkopf habend den Rest hinreichend nachgeprüft haben.